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Holytrail

HOLYTRAIL – Eine kurze Weihnachtsgeschichte zum Heiligabend

Im Harz gibt es viele schöne Trails und Wege. Die meisten davon bestehen schon sehr lange Zeit, sind u.a. nach berühmten Persönlichkeiten benannt, bekamen ihre Namen durch regionale Besonderheiten oder auch durch einen geografischen und ortsgebundenen Hintergrund. Mountainbike wird im Harz nun auch schon eine Weile gefahren und hat sich über die Jahre zudem stark verändert und weiterentwickelt. Ähnlich wie beim Klettern oder bei anderen Sportarten haben auch Mountainbiker ihren Wegen und Trails immer schon Namen gegeben oder bestehende Namen leicht verändert. Diese Namen verbreiten sich in der Szene schnell, werden für Tourenbeschreibungen verwendet und schaffen es sogar in neu entwickelte Karten. Da ich mich auch durch meine Arbeit bedingt intensiv mit Tourenplanung, dem Scouting von neuen Regionen usw. beschäftige, ist mir dabei schon vor einiger Zeit aufgefallen, dass der Name „Holytrail“ bereits seit einigen Jahren für viele Mountainbiker im Harz ein fester Begriff und Name für den besagten Trail im Ostharz geworden ist. Aber warum ausgerechnet „Holytrail“? Wo kommt der Name her? Das möchte ich Euch hier kurz verraten:
Es muss in etwa im Jahr 2007 oder 2008 gewesen sein, genau kann ich es nicht mehr sagen, als ich und Jochen und noch ein anderer Kollege (ich komme beim besten Willen nicht mehr drauf, wer damals noch mit dabei war…) eine Scouting Tour in den Ostharz starteten, um einige schöne und vor allem für uns neue Trails zu fahren und zu entdecken. Einige Tipps und Anfahrtspunkte hatte ich schon bei meinen vorhergehende Touren gesammelt, einige aus einschlägigen Mountainbike-Foren und Mountainbike-Videos zusammengestellt. Einer der Trails, den wir an diesem Tag unbedingt finden wollten, war der „Kantorberg“, ein schöner langer Wanderweg, der in Richtung Darlingerode über einen Kamm hinab führt. Ich muss dazu sagen, dass wir nur mit einer einfachen Karte und ohne GPS Geräte oder Smartphones ausgerüstet waren und die Suche damals tatsächlich noch eine richtig spannende „Suche“ war. Während unserer Tagestour entdeckten wir dann auch viele großartige neue Gegenden in diesem uns noch weitgehend unbekannten Teil des Mittelgebirges. Es wurde immer später und die Sonne sank tiefer und tiefer. Doch den Einstieg vom „Kantorberg“ hatten wir bis jetzt noch nicht entdeckt und es schien so, als wenn wir die Tour ein anderes Mal fortsetzen müssten. Als wir schon fast den Rückweg nach Ilsenburg antreten wollten, fuhr ich an einer Kreuzung noch schnell ein kleines Stückchen bergauf zu einem Wendehammer. Meine Freunde warteten etwas weiter unten. Und tatsächlich, in der Nähe eines Ansitzes war der lang gesuchte Einstieg des Wanderwegs entlang des Kantorbergs. Genau diesen fuhren wir dann auch ziemlich happy bis hinunter nach Darlingerode und waren begeistert, dass wir diesen herrlichen Trail nach langer Suche nun endlich gefunden hatten. Ich hatte spontan die Wörter von Brett Tippie aus dem Video „Kranked 4 – Search For The Holy Trail“ (2001) im Kopf, wo es am Ende heißt: Hey Tippie, wanna go for a ride? / Yeah, I´d love to / I found a new trail – the holy trail! / The holy trail?! / LET´S RIDE
Und so beschlossen wir, den “Kantorberg” Weg von nun an “Holytrail” zu nennen. Immer wenn ich jetzt über den Namen „Holytrail“ stolpere, ein Teilnehmer unserer Touren mich fragt, ob ich denn weiß, wo der „Holytrail“ zu finden ist oder sogar in weit vom Harz entfernten Ecken von den Klassikern wie „Kaiserweg“, „Magdeburger Weg“, „Eselsstieg“ oder „Holytrail“ gesprochen wird, muss ich leicht schmunzeln und an diesen Tag und unsere spannende Scouting-Tour zurückdenken.

War eine gute und vielleicht auch etwas „langsamere“ Zeit damals, ohne große Datenbanken, wenigen Details und Infos zu Trails und Wegen im Harz, allgemein weniger Betrieb auf den Wegen und keinen Trailsperrungen. Alle Mountainbiker mit denen man so unterwegs war, hatten auch gefühlt viel mehr Zeit und Ruhe, machten weniger Selfies auf Gipfeln oder versuchten auch nicht ihre Strava Zeit zu toppen 😉 In diesem Sinne: genießt die langsame und besinnliche Weihnachtszeit und macht Euch im Frühjahr wieder selber auf die Suche nach neuen Trails und neuen Abenteuern im #HAMMERHARZ. Grüße Jan